"Von dort erreiche ich dich bestimmt nicht", so einfach kann man dies nicht sagen. Die Ausbreitung von Funksignalen hängt stark von der Frequenz und den Bedingungen ab.

Ausbreitung auf Langwelle
Der niedrigste Frequenzbereich, den Funkamateure für ihre Übertragungen benützen dürfen liegt bei 135 khz. Diese Frequenzen werden als Langwelle bezeichnet und folgen bei der Ausbreitung der Erdkrümmung. Die Antennen für Langwelle sind jedoch riesig! In Deutschland geht der erlaubte Bereich von 135,7 - 137,8 khz.

Mittelwellenausbreitung
Auf Mittelwelle dürfen Amateurfunkübertragungen zwischen 1800 und 2000 khz durchgeführt werden. Für die Übertragung von Mittelwellen ist sowohl die Bodenwelle als auch (nachts) die Raumwelle von Bedeutung.

Kurzwellenfunk-Shack [Shack = Funkbude]
Zum Beispiel sind Kurzwellen, das sind Funksignale mit einer Frequenz zwischen 3 und 30 Mhz, die wichtigsten Frequenzen für Fernverbindungen. Kurzwellen haben eine Wellenlänge von 10 bis 100m. Die Wellenlänge ist der Abstand zwischen zwei gleichen Schwingungszuständen.
Kurzwellen breiten sich zum einen über die Bodenwelle und auch über die Raumwelle aus. Die Bodenwelle ist die Welle, die "direkt" vom Sender empfangen wird. Die Reichweite der Bodenwelle ist gering und beträgt nur circa 10-100 km.

Richtig interessant für die weltweite Ausbreitung ist die Raumwelle. Raumwellen sind die Wellen, die in den Himmel gestrahlt werden und an Schichten der Ionosphäre und an der Erdoberfläche reflektiert werden. Mehrfach Reflektionen sind möglich und zwar Erde-Ionosphäre-Erde-Ionsphäre-Erde, aber auch Mehrfachreflektionen innerhalb verschiedener Schichten in der Ionosphäre.
Dadurch erhält man eine extrem große Reichweite. Weil die Reichweite der Bodenwelle nach etwa 100 km aufhört, die Sprungdistanz der Raumwelle, Skip genannt, aber unter Umständen mehrere 1000 km betragen kann, ist im Bereich von 100-1000km kein Signalempfang möglich. Man befindet sich in der Toten Zone.
Für den Amateurfunk stehen diese Frequenzbereiche [Bänder] im Kurzwellenbereich (in Klammern die ungefähre Wellenlänge - Bandbezeichnung) zur Verfügung:
Die Bänder 30m, 17m und 12m sind nach der World Amateur Radio Conference (WARC) benannt. Sie wurden erst 1979 für den Amateurfunk freigegeben und auf ihnen finden keine Conteste statt.
Die Bedingungen auf Kurzwelle schwanken sehr stark auf den verschiedenen Frequenzenbereichen.
Diese sind stark von der Tageszeit, Jahreszeit und der Sonnenaktivität abhängig. Generell bestehen tagsüber auf den höheren und nachts auf den niedrigeren Frequenzen auf Kurzwelle bessere Verbindungsmöglichkeiten.
Alles was mit Fernverbindungen zu Stationen außerhalb von Europa zu tun hat, wird für Stationen in Europa auf Kurzwelle als DX-Verbindungen bezeichnet.
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Das Funkgerät Yaesu FT-847 | eingestellt ist eine Frequenz im 2-Meter Band
Auf den höheren Frequenzen sind ganz andere Bedingungen vorhanden. Die Funksignale breiten sich ungefähr auf Sichtweite aus. Deshalb sind von Bergen und erhöhten Standorten erheblich weitere Reichweiten möglich. Durch besondere Wetterlagen wie Inversion können die Signale aber in der Atmosphäre gebeugt werden und somit weiter gehört werden. Des Weiteren reflektieren auch so genannte sporadische E-Schichten bei besonderen Bedingungen die Frequenzen bis ungefähr 200 Mhz.
Die Dämpfung der Signale nimmt mit steigender Frequenz zu. Jedoch werden Signale mit höherer Frequenz und dadurch kürzerer Wellenlänge besser reflektiert. Mit sehr großem Aufwand können deshalb auch Funkverbindungen über den Mond getätigt werden.
Es gibt viele Frequenzbereiche über 30 Mhz, die dem Amateurfunk zugeteilt sind: (in Klammern die ungefähre Wellenlänge)
Auf diesen Frequenzbereichen werden schon Verbindungen über 300 km als DX bezeichnet.
Beachten Sie auch die Hinweise zur Benutzung des Bereiches um 50 Mhz (6-Meter-Bandes):
Beschränkungen auf 6 Meter
Im Amateurfunk werden auch Übertragungen über einem modulierten Laserstrahl durchgeführt.
Am 04./05. April 2007 wurde beispielsweise der Entfernungsrekord für Fernsehübertragung auf 460 Thz (sichtbarer roter Laserstrahl) von Tom, DL9OBD und Wilfried, DJ1WF gebrochen. Die überwundene Stecke lag bei 83,3 km.
In den Links findet man die Dokumentation und weitere Informationen zu Laser-ATV.

Aufbau eines Lasers nach Hannover [mit freundlicher Genehmigung von Wilfried, DJ1WF]
Anmerkung:
Häufig werden die Amateurfunkbänder auch mit ihren (gerundeten) Wellenlängen bezeichnet.
So ist es im Sprachgebrauch durchaus üblich, wenn man beispielsweise auf 14,030 Mhz eine Verbindung mit Amerika herstellen konnte, erzählt, dass man auf dem 20-Meter Band eine Verbindung nach Amerika hatte.
[Angaben für Deutschland - weltweit gibt es teilweise zusätzliche oder weniger Bereiche]
Innerhalb der Amateurfunkbereiche gibt es auch noch Aufteilungen, die von der IARU (International Amateur Radio Union) festgelegt worden. Diese Bandpläne haben den Status als Empfehlung, sollten aber von jedem Funkamateur beachtet werden.