Das Rufzeichen identifiziert eine Funkstelle oder einen Funker. Im Amateurfunk wird dies durch weltweit einmalig vergebene Rufzeichen erreicht. Der Präfix des Rufzeichens beschreibt ein bestimmtes Land, was besonders beim internationalen Funkverkehr auf Kurzwelle (Erklärung: Kurzwelle) sehr hilfreich ist.
Des Weiteren ist es meistens möglich aus dem Rufzeichen auf die Amateurfunkklasse des Funkamateurs und den Verwendungszweck des Rufzeichens zu schließen.
So beginnen zum Beispiel alle Ausbildungsrufzeichen in Deutschland mit dem Präfix DN [und der Ziffer 1 bis 8; teils auch noch 0].
Die Rufzeichen der Inhaber der Amateurfunkklasse E beginnen mit DO. [Details siehe Rufzeichenplan in den #links]
Nach der Amateurfunkverordnung §11 besteht die Pflicht das dem Funkamateur zugeteilte Rufzeichen am Anfang und Ende jeder Funkverbindung sowie alle 10 Minuten während des Durchgangs zu nennen. Das Rufzeichen wird hierbei unter Verwendung des internationalen Buchstabieralphabetes (Erklärung: Funkverkehr -> Grundlagen)genannt.
Amateurfunkrufzeichen setzen sich generell aus einem Präfix, einer Zahl und einem Suffix zusammen:
| Präfix | Zahl | Suffix | ||
| Format | b zb bb |
z | b bb bbb |
|
| Zweck | Land | Identifikation | ||
| Beispiele | DL | 1 | RSF | Deutschland |
| 5Z | 2 | PL | Kenia | |
| SA | 9 | A | Schweden | |
| z = Zahl b = Buchstabe | ||||
Einem Land kann auch ein ganzer Präfixbereich zugewiesen sein, wodurch sich eine größere Auswahlmöglichkeit für Rufzeichen ergibt.
Bei Durchführung von Funkbetrieb aus einem anderen Land muss dem eigenen Präfix der Präfix des Gastlandes vorangestellt wird.
Die Rufzeichennennung HB0/DL1RSF würde bedeuten, dass sich der Funkamateur DL1RSF im Moment in HB0 (Lichtenstein) aufhält.
Um Funkbetrieb aus einem anderen Land durchführen zu dürfen, muss das Land die Empfehlungen für das gegenseitige Anerkennen von Amateurfunkzulassungen anerkennen.
Die Empfehlung für Klasse A-Amateurfunkzulassungen ist CEPT T/R 61-01
Für die Klasse E lautet die Empfehlung: ECC(05)06
Diese werden jedoch nicht von allen Ländern anerkannt. Jedoch ist es dann in den meisten Ländern möglich eine Gastlizenz (mit der harmonisierten Prüfungsbescheinigung) zu beantragen oder dort eine Amateurfunkprüfung abzulegen.
Beachten Sie immer die Bestimmungen des Gastlandes!
Die Nennung von weiteren Zusätze zum Rufzeichen ist in Deutschland nicht mehr zwingend notwendig ist. Sie können allerdings bei Bedarf einfach an das Rufzeichen angehängt werden.
| /mm | maritime mobile | bei Funkbetrieb auf offener See. Dies sind jedoch keine Binnengewässer!, | |
| /am | air mobile | bei Funkbetrieb aus einem Luftfahrzeug, | |
| /m | mobil | bei beweglichen Amateurfunkstellen. Beispielsweise Amateurfunkstationen in einem Auto, auf einem Fahrrad oder auf einem Schiff in einem Binnengewässer, |
|
| /p | portabel | bei vorübergehend ortsfestem Funkbetrieb an einem anderen Ort, als in der Genehmigung eingetragen. | |
Beispiel:
| DL1RSF/p | DL1RSF an einem anderen Standort, als er gemeldet wurde |
| OE/DL1RSF/m | Mobiler Funkbetrieb aus Österreich von DL1RSF |